Germanus von Auxerre

Germanus von Auxerre (* um 378 in Auxerre; † 31. Juli 448 in Ravenna) war ein spätantiker Bischof. Er entstammte einer vornehmen gallo-römischen Familie.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Rom wurde er Präfekt seiner Heimatstadt Auxerre und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen seiner Provinz. Später zog er sich aus dem politischen Leben zurück, begann ein monastisch-asketisches Leben, wurde Priester und im Jahr 418 Bischof von Auxerre. Er war der Lehrer des heiligen Patrick, des Schutzpatrons von Irland und wirkte bei einem Besuch im Jahr 429 auf den britischen Inseln gegen den Pelagianismus. Möglicherweise war er aufgrund seiner militärischen Erfahrung auch an kriegerischen Operationen auf der Insel beteiligt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Eustochia förderte er das Mönchtum in Gallien. Er starb in Ravenna, während einer Petitionsreise zum kaiserlichen Hof, um Nachsicht für die Bewohner von Armorica (Bretagne) zu erlangen, gegen die der einflussreiche römische Heermeister Aëtius eine alanische Strafexpedition gesandt hatte. Sein Gedenktag bei den Katholiken ist der 31. Juli, sein Todestag, bei den orthodoxen Christen der 23. April. Germanus von Auxerre ist Patron gegen Durchfall, Leibschmerzen, Tollwut, Irrsinn und Meineid. Die Hauptquelle zu seinem Leben ist ein Bericht von Constantius von Lyon. Darüber hinaus gibt die walisische Überlieferung eine Reihe von Details und Kirchenstiftungen zu einem heiligen Germanus an, bei dem es sich aber auch um eine andere Person handeln kann. Eine der bekanntesten ihm geweihten Kirchen ist Saint Germain l'Auxerrois in Paris, gegenüber der Ostfront des Louvre gelegen.

 Germanus Relief

Auszug aus den Erklärungen des Künstlers Hans Gerhard Biermann, Wassenach, aus Anlass der Einsegnung am 30.10.2011

Meine Darstellung des Germanus von Auxerre:

Seine Attribute als Bischof sind der Bischofsstab, die Mitra (Bischofshut), das Brustkreuz. – Er wird oft mit einem siebenköpfigen Drachen zu seinen Füßen, wie hier zu sehen, dargestellt! Der Drache steht als Symbole für den Satan, den Fürsten der Unterwelt. – Auch Maria, die Mutter Gottes, zertritt mit ihrem Fuß auf manchen Darstellungen der Schlange oder dem Drachen den Kopf, wie es bei Mose 3, 15 prophezeit wurde.

Ich stelle den Germanus als Bischof dar mit Mitra, welche eine französische Lilie zeigt, da er Gallier (Franzose) war.

Die grünen Drachen mit ihren roten Feuerzungen greifen Germanus an. Er bezwingt sie mit festem Stoß und Fußtritt. – Sein Gesichtsausdruck ist ruhig, wie in einer inneren Schau aber auch den Betrachter eindringlich ansehend. – Der leicht blau eingefärbte Heiligenschein soll Himmel und Ewigkeit andeuten. – Das Bischofsgewand ist in rot und gelben Farben, die Mitra in gold/gelb mit der blauen Lilie und der Stab gol-den mit einem roten Stein als Nodus.

Der Germanus ist aus Ettringer Kerntuff gehauen als fast vollplastisches Hochrelief. – Ettringer Tuff besteht aus sehr harten und teils etwas weicheren Mineralien und ist wetterfest. – Für die Bemalung nahm ich Künstler-Mineralfarben, welche mit Keim-Fixativ angemischt werden. Dazu wird die Figur in mehreren Arbeitsgängen, und nach vollendeter Bemalung noch mal mit Keim-Fixativ gestrichen. – Dies gibt dem Stein eine sehr gute Wetterfestigkeit.